Schwangerschaftsbetreuung

Nach Feststellung der Schwangerschaft durch den Schwanger­schaftstest wird ein Ultraschall durchgeführt, um die Schwangerschaftswoche festzustellen. Im Rahmen der dann folgenden Blutentnahme werden für die Ausstellung des Mutterpasses alle wichtigen Laborwerte erhoben. Dies sind neben dem Blutbild und Informationen über einen möglichen Eisenmangel insbesondere die Blutgruppe mit Rhesusfaktor, ein sogenannter Antikörper-Suchtest sowie der gesetzlich vorgeschriebene Suchtest auf Geschlechtskrankheiten und die Überprüfung Ihres Schutzes gegen Rötelninfektionen.

Auf Wunsch wird außerdem ein HIV-Test ( Aids-Test )  durchgeführt.

Darüber hinaus kann ein Toxoplasmose-Suchtest durchgeführt werden. Hierbei handelt es sich um eine Infektionserkrankung, die beispielsweise über Hauskatzen oder rohes Fleisch oder ungewaschenes Gemüse und Obst übertragen wird und zu Schädigungen oder Behinderungen beim Ungeborenen führen kann! Dieser sinnvolle Test wird jedoch nicht von der Krankenkasse übernommen.

Gleichzeitig mit der Blutentnahme für den Mutterpass wird allge­meines Informationsmaterial über Schwangerschaft und Geburt ausgehändigt.

Der nächste Kontrolltermin erfolgt nach ca. zwei bis drei Wochen mit Bespre­chung des Mutterpasses und der Laborwerte. 

Die weiteren Vorsorgeuntersuchungen, immer einen normalen Schwan­gerschaftsverlauf vorausgesetzt, finden im Vier-Wochen-Rhythmus statt. 

Bei jeder Mutterschaftsvorsorgeuntersuchung wird das Gewicht bestimmt , der Blutdruck gemessen und der Urin untersucht.

Im An­schluss an die Besprechung eventueller Fragen bzw. Probleme, die während der letzten vier Wochen aufgetreten sind, erfolgt die normale gynäkologische Untersuchung, wobei je nach Schwangerschaftszeit­punkt und Notwendigkeit Scheiden- oder Muttermundsabstriche durchgeführt werden. Im Rahmen dieser Abstriche werden Scheideninfektionen aus­geschlossen, ggf. der Krebsvorsorgeabstrich kontrolliert oder auch der Suchtest auf Chlamydien durchgeführt, da diese Infektionen unter an­derem für Frühgeburten oder vorzeitige Wehen verantwortlich sein kön­nen. Werden solche Infektionen jedoch im Rahmen der Kontrolle recht­zeitig erkannt, so sind sie mit einfachen, und für das Baby ungefährli­chen Medikamenten, leicht zu behandeln. Es besteht dann kein Risiko mehr für den weiteren Schwangerschaftsverlauf. 

Auf Wunsch besteht die Möglichkeit, das Ersttrimesterscreening in der 11. – 14. Schwangerschaftswoche durchführen zu lassen. Diese Untersuchung wird nicht von der Krankenkasse übernommen. In Abhängigkeit des Ergebnisses sind dann selten zusätzliche Untersuchungen wie etwa eine Fruchtwasserunter­suchung in Erwägung zu ziehen, wenn diese nicht schon vorab aus an­deren Gründen besprochen wurden ( z.B. bei Frauen ab dem 35. Lebensjahr oder  bei familiären Erbkrankheiten ).

Zwischen der 25. und 30. Woche wird erneut der in den Mutterschaftsrichtlinien vorgesehene Antikörpersuchtest im Blut durchgeführt. Dies gilt auch insbesondere falls die Blutgruppe Rhesus negativ ist, da dann sicherheitshalber auch noch ei­ne Impfung zu diesem Zeitpunkt durchgeführt wird. Ebenso erfolgt in diesem Zeitraum bei jeder Schwangeren ein Zuckerbelastungstest zum Ausschluss eines Schwangerschaftszuckers.

Die letzte routinemäßige Blutentnahme findet zwischen der 32. und 36. Woche statt, da hier ein Suchtest hinsichtlich Leberentzündung, der Hepatitis, durchgeführt wird. Dies ist besonders wichtig, da bei einer durchgemachten lnfektion das Baby direkt nach der Entbindung geimpft werden muss. 

Ab der 17. Schwangerschaftswoche wird, insbesondere bei Unterbauchschmerzen, mit dem Wehen­schreiber (genannt CTG) kontrolliert, ob eine Neigung zu vorzeitigen Wehen besteht. Jenseits der 26. Woche ist es möglich, dabei gleichzeitig die Herztöne des Babys aufzuzeichnen, um sich somit ein Bild über das Wohlbefinden des Ungeborenen zu machen. 

Ab der 30. Woche wird alle zwei Wochen untersucht. Es ergeben sich somit ca. 12 bis 14 Vorsorgeuntersuchungen im Rahmen der 40 Schwangerschaftswochen. 

Während einer unkomplizierten Schwangerschaft besteht Anspruch auf 3 Basis-Ultraschalluntersuchungen, und zwar in der 9.-12.SSW, in der 19.-22.SSW und in der 29.-32.SSW. Bei der 2.Ultraschalluntersuchung muss zwischen 2 Alternativen gewählt werden: Der Basis-Ultraschalluntersuchung und der erweiterten Basisultraschalluntersuchung. Vorher erfolgt eine Aufklärung und Aushändigung eines ausführlichen Merkblattes.

Wenn es besondere medizinische Gründe gibt, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen auch weitergehende Ultraschalluntersuchungen.

In der ca. 36. Woche kann mit einer Akupunkturbehandlung zur Geburtsvorbereitung begonnen werden. Diese empfiehlt sich vor allem für Erstgebärende.

Gegen Ende der Schwangerschaft sollten sich auch Gedanken bezüglich einer Nabelschnurblutspende bzw. – konservierung gemacht werden.